Geschichte der Partei DIE REPUBLIKANER

 

Am 27. Oktober 1983 gründete sich im Münchner Hilton-Hotel die Partei "Die Republikaner" (REP). Anlass war ein Milliardenkredit, den Bayerns Ministerpräsident Franz Josef Strauß (1915-1988, CSU, Ministerpräsident 1978-1988) der DDR vermittelte. Die Unzufriedenheit vieler bisheriger CSU- und nun neuer REP-Mitglieder saß aber tiefer. Sie vermissten die von Bundeskanzler Helmut Kohl (geb. 1930, CDU) versprochene "geistig-moralische Wende". Zugunsten des Bündnisses mit der liberalen Freien Demokratischen Partei (FDP) hätten die Unionsparteien ihre konservativen, nationalen Werte verraten.

Die Führung der "Republikaner" übernahmen zwei frühere CSU-Bundestagsabgeordnete: Parteivorsitzender wurde Franz Handlos (1939-2013), der bei der Bundestagswahl 1983 noch mit dem bundesweit besten Erststimmenergebnis für den Wahlkreis Deggendorf in das Parlament eingezogen war; als ein Stellvertreter wurde Ekkehard Voigt (geb. 1939) gewählt. Zweiter Stellvertretender Vorsitzender wurde der Journalist und Autor Franz Schönhuber (1923-2005), der 1981 nach einer Buchveröffentlichung über seine Mitgliedschaft in der Waffen-SS den Bayerischen Rundfunk verlassen musste.
Bereits kurze Zeit nach der Gründung kam es zum Bruch zwischen Handlos und Schönhuber. Während das erste Parteiprogramm noch deutlich die Nähe zu Positionen der CDU/CSU zeigte, warf der Vorsitzende Handlos Schönhuber einen ideologischen Rechtsschwenk vor. Der begabte Redner Schönhuber setzte sich in diesem Konflikt durch, worauf Handlos die "Republikaner" verließ. Schönhuber übernahm am 16. Juni 1985 den Parteivorsitz.

Mit dem Siegburger Manifest 1985 und dem Programm von Bremerhaven 1987 radikalisierten die "Republikaner" ihre Inhalte. Sie beklagten: Die "geistige und politische Kultur verwahrlost", während "die Kriegspropaganda der Siegermächte in unsere Geschichtsbücher eingegangen" ist. Den Schwerpunkt der politischen und strategischen Arbeit legte Schönhuber auf den erhofften Einzug in den Bayerischen Landtag 1986. Bei der Wahl wurde allerdings der Einzug ins Parlament verpasst. Mit 3,0 % der Stimmen setzten die "Republikaner" aber ein Zeichen. Bei den folgenden Urnengängen bis 1989 konnte dieser Erfolg jedoch nicht wiederholt werden. d) Landtagswahl 1990 in Bayern

Der Wahlabend vom 14. Oktober 1990 entwickelte sich für die "Republikaner" zu einem Krimi. Schließlich erreichten sie aber doch nur 4,9 % der abgegebenen Stimmen und verpassten knapp den Einzug in den Landtag. Die "Republikaner" zweifeln dieses Ergebnis bis in die Gegenwart an.

Für diesen knappen Misserfolg war neben einer verstärkten öffentlichen Auseinandersetzung mit den Zielen der Partei insbesondere die deutsche Einheit verantwortlich. Nachdem die "Republikaner" in den 1980er-Jahren für die Wiedervereinigung eingetreten waren, drängte sie die aktive Politik der Bundesregierung unter Helmut Kohl nun in den Hintergrund.

1994 traf Schönhuber den Vorsitzenden der rechtsextremen Deutschen Volksunion (DVU), Gerhard Frey (1933-2013). Damit verstieß er gegen den von ihm selbst mitbeschlossenen "Ruhstorfer Abgrenzungsbeschluss" von 1990, der Kontakte mit verfassungsfeindlichen Gruppierungen - genannt wurden u. a. die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) und die Deutsche Volksunion - verbot. In der Folge verzichtete Schönhuber auf seine Kandidatur bei den Neuwahlen im gleichen Jahr. Der innerparteiliche Gegner, Rolf Schlierer (geb. 1955), setzte sich durch und führt seither die "Republikaner". Unter seiner Führung bemühte und bemüht sich die Partei um eine Annäherung an die konservativ-demokratischen Parteien. Sie wandte sich in ihrer Programmschrift von 1996 nicht gegen den Parlamentarismus, warf dem politischen System aber vor, zu einer "Gefälligkeitsdemokratie degeneriert" zu sein.

e) Wahlerfolge im Südwesten

In Baden-Württemberg feierten die "Republikaner" 1992 ihren größten Erfolg: Mit 10,9 % der Stimmen zogen sie in den Stuttgarter Landtag ein. Fraktionsvorsitzender wurde Rolf Schlierer. Im Unterschied zu den früheren parlamentarischen Vertretungen bewahrten die "Republikaner" aber Geschlossenheit. Zuvor waren zahlreiche Fraktionen in Kommunalparlamenten und die 1989 in das Straßburger Europaparlament eingezogene Fraktion zerbrochen.

Für Aufsehen sorgten die "Republikaner" 1996. Erstmals gelang einer als rechtsextremistisch geltenden Partei die Rückkehr in ein Landesparlament (Baden-Württemberg). 2001 schieden sie jedoch wieder aus dem Landtag aus. Seither sind die "Republikaner" nur noch auf kommunaler Ebene vertreten, insbesondere in Bayern und Baden-Württemberg.
Der inhaltliche Kurs der "Republikaner" ist der Kampf gegen eine als Überfremdung Deutschlands empfundene Offenheit der Gesellschaft. Ausländer- und Asylpolitik wird mit sozialen Problemen, der Islam stets mit dem Stigma des Islamismus verbunden. Wichtigste Forderungen sind die Bewahrung der deutschen Heimat sowie die Ablehnung einer multikulturellen Gesellschaft und eines Vielvölkerstaates. Dabei formulieren die "Republikaner" ihre Ziele zumeist vage, um keine juristischen Angriffspunkte zu bieten.

Die Partei verspricht, Tabus aufzubrechen und Missstände anzuklagen. Vor der bayerischen Landtagswahl 2003 klagten die "Republikaner": "Wenn Deutschland nicht selbst handelt, begeht es Selbstmord." Die "Republikaner" stellten so die demokratischen Parteien unter den Generalverdacht der Verfilzung. Ihr 2002 beschlossenes und seither gültiges Parteiprogramm fordert das Ende herrschender "Denkverbote" sowie die "Rückkehr zur Volkssouveränität und Gewaltenteilung als Grundlage der parlamentarischen Demokratie".

Im Rückgriff auf den "deutschen Idealismus", als dessen Kronzeugen Friedrich Wilhelm Joseph Schelling (1775-1854), Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831) und Johann Gottlieb Fichte (1762-1814) - nach ihm ist eine parteinahe Stiftung benannt - dienen, gilt der Staat als "mehr als die Summe seiner Bürger, nämlich [als] ein Organismus, den das Volk als politische Gemeinschaft bildet, nachdem es sich als Nation seiner Zusammengehörigkeit bewußt geworden ist." Begründet werden sollte menschliches Handeln durch vernunftgeleitete Prinzipien eines einheitlichen, national geprägten Staats. So heißt es im Parteiprogramm von 2002: "In dieser Gemeinschaft ist der Einzelne an das Gemeinwohl und an das Sittengesetz gebunden."

 

Seit 2016 ist Kevin Krieger Bundesvorsitzender.